Gute Stimmung bei der Jahreshauptversammlung der FDP Grötzingen

Mit einer Video-Botschaft direkt aus Berlin begrüßte der Karlsruher Bundestags-Abgeordnete und Landesvorsitzende der FDP Baden-Württemberg Michael Theurer die Mitglieder des FDP Ortsverbandes Grötzingen. Er bedankte sich für die Unterstützung bei der Bundestags-Wahl und die vielen Stimmen für die Liberalen aus Grötzingen.

Weiter ging es mit einer Reportage des ZDF über Alena Trauschel aus Ettlingen, der jüngsten Abgeordneten im Stuttgarter Landtag. Mit ihrer frischen Art referierte sie über ihre Arbeit in den verschiedenen Ausschüssen des Landtags. Bei der anschließenden Diskussionsrunde erwies sich Alena als kompetente Gesprächspartnerin.

 

Daran anschließend wurden die beiden neu gewählten Mitglieder im Kreisvorstand der FDP Karlsruhe-Stadt geehrt : Mit Stolz können wir berichten, dass von 16 Beisitzern im Kreisvorstand der Karlsruher FDP drei Mitglieder aus Grötzingen gewählt wurden : Neben dem langjährigen Mitglied Hubert Lechner sind dies Jörg Breier und Maximilian Widmann. Damit ist der Ortsverband Grötzingen auf Kreisverbandsebene sehr gut vertreten.

 

Aus dem Karlsruher Gemeinderat berichtete unser Stadtrat und Fraktionsvorsitzender Tom Hoyem, der u.a. auf die derzeitigen Beratungen zum Doppelhaushalt 2022 / 23 und die vorgesehenen Sparmaßnahmen einging.

Einen kurzen Rückblick über das abgelaufene Jahr im Ortsverband gab der OV-Vorsitzende Hubert Lechner, der insbesondere die beiden Wahlen - im März Landtag von Baden-Württemberg und im September Bundestag - in den Fokus stellte. Zu beiden Terminen hatten die Grötzinger Liberalen mit mehreren Wahlständen hier Flagge gezeigt.

Dass mit Dr. Volker Wissing, dem General-Sekretär der Bundes-FDP, ein Spitzenpolitiker am 1. September nach Karlsruhe kam, ging auf die Initiative des Grötzinger Ortsverbandes zurück. Renate Weingärtner, die Fraktionsvorsitzende im Grötzinger Ortschaftsrat und OSR Hans Ritzel gingen auf die Themen ein, die im laufenden Jahr im Rat vorrangig auf der Tagesordnung standen : Ortsmitte-Sanierung, Erhaltung des Schlosses und Ganztagesbetreuung sind nur einige Problemfelder, die das Malerdorf betrafen und weiter beschäftigen.

Nach einer regen Aussprache zu den Berichten wurde dem Vorstand für seine Tätigkeit ausdrücklich gedankt und mit Einstimmigkeit aller Mitglieder entlastet.

Hubert Lechner
Vorsitzender
FDP Grötzingen

 

 

FDP Grötzingen im Kreisvorstand Karlsruhe-Stadt bestens vertreten


Im Namen des FDP Ortsverbandes Grötzingen - und von mir ganz persönlich - wie auch namens unserer beiden Ortschaftsräte Renate Weingärtner und Hans Ritzel - möchten wir uns für eure vorbildliche Bereitschaft, zukünftig auch auf Kreisverbandsebene für die Liberalen in Karlsruhe mitarbeiten zu wollen, ganz herzlich bedanken!

Für eure Wahl in den FDP Kreisvorstand Karlsruhe-Stadt als Beisitzer am vergangenen Samstag im Rahmen der Mitglieder-Versammlung - siehe Anhänge - gratulieren wir euch herzlich und freuen uns, dass wir nun im Kreisverband mit 3 Vorstands-Mitgliedern kompetent vertreten sind !

Mit 33 Ja-Stimmen für Jörg Breier - und 31 Ja-Stimmen für Max Widmann ( von insgesamt 45 wahlberechtigten Partei-Mitgliedern ) habt ihr beiden auf Anhieb ein beachtliches Ergebnis und damit einen großen Vertrauensbeweis aller Mitglieder erzielt !

Nun stellt unser Ortsverband 3 Vorstands-Mitglieder im Karlsruher Gremium - das sind von insgesamt 16 Mitgliedern fast 20 % !

Das hat es in der bisherigen liberalen Partei-Historie von Grötzingen noch nie so gegeben !

 

Wir sind mit euch der Überzeugung, dass dieses tolle Wahlergebnis eine beachtliche Stärkung der FDP Grötzingen bedeutet.

Insoweit ist dies ein "historischer Neubeginn" - mit der Chance für ein "Badisch-Liberales-Malerdorf" im 21. Jahrhundert - wie es Jörg auch
ausgedrückt hatte.

Auch wir freuen uns auf die weitere erfolgreiche kooperative, kollegiale und kameradschaftliche Zusammenarbeit mit allen Freunden*innen im Grötzinger Ortsverband !

Mit liberalen Grüßen

Hubert Lechner Renate Weingärtner
Vorsitzender Fraktionsvorsitzende
FDP Ortsverband FDP Fraktion
Karlsruhe-Grötzingen Ortschaftsrat Grötzingen



Synagogenstraße

Die heutige „Krumme Straße“ hieß ehedem, vor einigen hundert Jahren, die  „Obere Gass“.

1787 erwarb der Vorstand der kleinen jüdischen Gemeinde in Grötzingen  ein Grundstück an der Stelle des heutigen Gedenksteines.  1798/99 wird die bescheidene Synagoge - eigentlich eher  eine religiös-jüdische Schule-  errichtet und unter Mitwirkung der „Obrigkeit“ eingeweiht. Damit wird  die „Obere Gass“ zur Synagogen-Straße. 1899 wird das Gotteshaus einem gründlichen Umbau und der Erweiterung unterzogen. Schon bald  nach der „Machtergreifung“ wird am 05.März 1934 in der Ahnung, was noch kommen mag, die Straße in „Krumme Straße“  umbenannt. Die Synagoge wird dann im Sept.1938 zerstört, 1939 abgebrochen....

Ich kenne keine lustigere und bezeichnendere Straßenbezeichnung als die mir seit Kindheit als solche vertraute „Krumme Straße“ –  der Namen ist ein Merkmal  in Grötzingen. Ich finde ihn schön!  Am 09. November des abgelaufenen Jahres war ich wieder bei der Feier zum Gedenken an die Pogrome an der Stele. Diese Andachten sind für mich bedrückend und passen zur novemberlichen Stimmung und Aura. Gerne stelle ich mich dem nicht, fühle aber ein Gefühl von Bedürfnis und auch Pflicht. Die gesprochenen Worte, die Haltung der  Teilnehmer vermittelt stets auch ein  ganz kleines Stück Befreiung. Diese  Hoffnung auf Annäherung, Verzeihen, Sich-die-Hand-reichen, aber auch zugegebenermaßen mein persönliches Bedürfnis nach „Reinigung“, führt mich regelmäßig bei diesem Anlass zu folgenden Gedanken:

Wir Deutsche – und auch Grötzinger -  bemühen uns darum, sich der Geschichte zu stellen, zu zeigen, dass wir Verantwortung tragen wollen, versuchen aber auch die aufrichtige Befreiung von einer Last – so sie denn historisch erreichbar und gewährt  ist - zu erbitten. Wir haben in Grötzingen an prominenter Stelle Sandsteintafeln zum Gedenken der ermordeten jüdischen Mitbürger angebracht, junge Bürger haben eine Stele  an der ehem. IWKA-Brücke errichtet, es gibt Hefte, Veröffentlichungen und Forschungen zu jüdischem Leben, jüdischer Kultur  in Grötzingen, viele  Bekenntnisse mancher Art, Erinnerungskultur nennt man es. Alles in allem gut und richtig, plakativ und Respekt fordernd.  Evtl. gefallen wir uns aber nur in diesen Darstellungen  im Sinne des inneren Befreiungsversuches?

Denn:  Währenddessen merken wir gar nicht, dulden unbemerkt – schlimmstenfalls bewusst, - dass in unserem täglichen Leben eine Untat mit uns lebt, Alltag geworden sein mag,  angebliche Normalität hat, Adresse ist:  Die an sich unsägliche Schandtat des beginnenden Auslöschungsversuches jüdischer Kultur in Grötzingen, ideologischer Grauenhaftigkeit, Infamität: Die Umbenennung des  Straßennamens Synagogenstraße trägt die Züge der Bücherverbrennung  und  ist Auftakt zu noch ganz anderem. Mit dieser Botschaft zeigt uns die „Krumme Straße“ täglich, dass wir uns - in diesem Punkte-  mit den hintergründigeren Methoden der Judenverfolgung nicht ehrlich auseinandergesetzt haben. Zwar war die Straßenumbenennung -  oder besser Rückbenennung-  immer wieder mit gewisser Regelmäßigkeit  Thema im Ortschaftsrat – weniger im Ort selbst - wurde aber immer wieder aus allerlei Gründen verworfen: „Die Adressänderung sei niemand zuzumuten“:  Wieso denn ist heute eine Umbenennung niemandem zuzumuten? Damals ging das schon!  „Man solle das doch nicht aufrühren“:  Dann lasst uns auch alle Gedenksteine abschaffen!  „Die Anwohner wollen das evtl. nicht“:  Waren sie denn damals mit der Umbenennung einverstanden?  „Das sei  zu teuer, zu aufwändig (!)“:  Es sind die Kosten für wenige amtliche Papiere, etwas mehr für gewerbliche Betriebe. Ein Vorschlag: Den direkt betroffenen Bürgern ersetzt die solidarische Gemeinde den Aufwand:  Sprich, die Kosten trägt der Staat! Und  ein Argument war gar noch, der Name Synagogen-Str. würde zu Anschlagsgefahr führen.  -  Und  Kirchstraße ????

Keines dieser Argumente taugt. Die FDP in Grötzingen  glaubt, dass Sühne nicht mit gleichzeitiger Duldung überbrachter Zustände möglich ist, gar anständig wäre. Die Rückbenennung der Straße  ist keine „Wiedergutmachung“ (geht gar nicht, falscher Begriff): Sie ist eine Frage des Anstandes und der Scham.

Die generelle Haltung der jüdischen Gemeinschaft scheint jedenfalls die, dass die Entscheidung  von uns ausgehen müsse. Welch kluge Sehweise!

Folgen wir ihr!! Nach sechsundachtzig, spätestens fünfundsiebzig Jahren endlich......

Hans Ritzel

 

Karl-Seckinger-Straße 38
76229 Karlsruhe

 

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